Globaler Klimastreik - #AlleFür1Komma5

19.03.21 - Globaler Klimastreik - #AlleFür1Komma5

Der globale Klimastreik vom 19.03.21 - Weltweit und mit starken Forderunge

Unter dem Motto #AlleFür1Komma5 fand auch dieses Jahr, trotz der weltweiten Corona-Pandemie, ein globaler Klimastreik statt. Angestoßen hatte dieses Event die Bewegung FridaysForFuture (FFF). Zwar richtet sich die Bewegung vorwiegend an junge Menschen, die ihre Zukunft durch die bisherige Politik bedroht sehen. Aber als globaler Klimastreik lockte die weltweite Demonstration gegen die Erwärmung der Erde und Klimawandel auch andere Organisationen aus der Reserve. Gemeinsam streikten die Menschen weltweit am 19.03.21 an verschiedenen Orten der Welt und forderten NoMoreEmptyPromises (keine leeren Versprechungen mehr). Die Forderungen von Fridays For Future wurden dabei fast in Gänze übernommen.

Die Forderungen in der Übersicht

Es gibt viele Forderungen, und oftmals werden diese von Experten als unmöglich erfüllbar hingestellt. Das hat gerade bei Fridays For Future Deutschland einige Reaktionen hervorgerufen. Man begann sich zu fragen, ob die sogenannten Experten nicht von der Wirtschaft bevormundet würden und sorgte deswegen dafür, dass die bundesweiten Forderungen durch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie geprüft wurden. Dieses attestierte den Forderungen eine technische Machbarkeit, was natürlich eine deutliche bessere Ausgangslage bei der Argumentation für FridaysForFuture bedeutet. Neben den bundesweiten Forderungen wurden durch regionale Arbeitsgruppen der FFF Bewegung eine Reihe von regionalen Zielen formuliert, die sich speziell an den ökonomischen und ökologischen Herausforderungen der jeweiligen Region orientiert. Die für das Bundesgebiet zuständigen Forderungen greifen die regionalen Forderungen auf, ohne ihnen zu widersprechen. Die Forderungen der regionalen Gruppen von Fridays For Future Deutschland orientieren sich wiederum am bundesweiten Programm und ergänzen die Kernforderungen der Bewegung. Das Ziel der Forderungen ist dabei unter dem Hashtag #AlleFür1Komma5 zusammengefasst. Damit ist das Ziel gemeint, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad anwachsen zu lassen.

Die bundesweiten Forderungen in der kurzen Übersicht:

Oberbegrifflich wird die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens eingefordert. Darin wird das Ziel von 1,5 Grad Erderwärmung explizit festgeschrieben. Im Detail wird gefordert, dass Deutschland die Nettonull bis 2035 erreicht, der Kohleausstieg bis 2030 durchgeführt wird und eine zu einhundert Prozent erneuerbare Energieversorgung ebenfalls bis 2035 verwirklicht wird. Ergänzt werden die Forderungen durch den Aufruf für das Ende der Subventionen für Kohle und fossile Energieträger, ein Viertel der Kohlekraftwerke sollen abgeschaltet werden, sowie die Forderung nach einer Steuer auf alle CO2-Emissionen. Letztere soll durch eine realistische Preisfindung ergänzt werden. Kalkuliert werden hier 180 Euro pro Tonne CO2.

Ergänzend zu den bundesweiten Forderungen ergeben sich eine Reihe von regionalen Forderungen, die sich teilweise überschneiden. Allerdings orientieren sich diese Forderungen immer an den regionalen Besonderheiten und berücksichtigen die Möglichkeiten, die in der Region genutzt werden können und müssen. Nachfolgend eine kurze, aber nicht abschließende Übersicht über die Kernforderungen der einzelnen Regionen.

Hamburg:

- Stärkung der Umweltbehörde und behördenübergreifende Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen
- Umweltgerechte und nachhaltige Sanierungen sollen verpflichtend umgesetzt werden
- Der Verkehr, darunter auch der Hafenverkehr, sollen in Zukunft nachhaltig gestaltet werden

Brandenburg:

- Einrichtung eines wissenschaftlichen Klimarates in der Landesregierung
- Flächenpläne für die Errichtung von solaren und Windenergiekraftwerken
- Umsetzung und Förderungen für Maßnahmen im Rahmen des Klimaschutzabkommens auf kommunaler und regionalpolitischer Ebene

Baden-Württemberg:

- Wissenschaftliche Begutachtung und Analyse der aktuellen Situation und konkrete Pläne für die Umsetzung von Maßnahmen
- Erheblicher Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs
- Gemeinwohlorientiere Kreditvergabe

Bremen:

- Abschaltung der drei Bremer Steinkohlekraftwerke bis 2020 (bestehende Forderung)
- Stopp der Flächenversiegelung
- Kostenloser öffentlicher Nahverkehr

Sachsen:

- Ausrichtung der Landwirtschaft an die Klimaziele
- Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Verstärkte Beteiligung der Jugend an politischen Entscheidungen

Thüringen:

- Eine unabhängige wissenschaftliche Überprüfung aller Maßnahmen und Gesetze der Landesregierung
- Ende der fossilen Subventionen
- Ausbau der nachhaltigen Energiegewinnung

Ergänzend muss gesagt werden, dass gerade die Forderung nach kostenlosem öffentlichen Nahverkehr in fast jeder Ortsgruppe diskutiert und in die Forderungen integriert wurde. Eine ebenfalls grundsätzliche Forderung war immer die Einhaltung, oder aber das Übertreffen der Forderungen aus dem Klimaschutzabkommen von Paris. Gerade die Ausrichtung der Politik an den Erkenntnissen der Wissenschaft, sowie die verstärkte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an den Konzepten und die dafür begleitenden Bildungsmaßnahmen sind immer wieder Kernforderungen.

Wie wird es weitergehen

Vermutlich wird es noch eine ganze Weile dauern, bis die Ziele der Bewegung umgesetzt werden können. Ob das große Ziel erreicht werden kann, und die Erwärmung wirklich auf 1,5 Grad begrenzt werden wird, ist fraglich und nicht nur alleine durch Deutschland durchführbar. Fakt ist aber auch, dass Deutschland hier eine Vorreiterrolle einnehmen kann. Davon profitiert das Land, die Wirtschaft und die Gesellschaft auf vielfältige Art und Weise. Der Protest hat in diesem Sinne weniger eine Revolution, als eine Veränderung zum Positiven hin im Blick. Es wird für die Politiker entscheidend sein, wie stark sie sich mit den Konzepten auseinandersetzen. Denn man darf nicht vergessen, dass der jugendliche Mensch in der heutigen Zeit ein Wähler in der Zukunft sein wird. Gerade dieses Wissen sorgt für einen erheblichen Druck, auch wenn verschiedene Bereiche der Wirtschaft und der Politik noch immer bremsen.


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